

Falls
du nicht direkt daran arbeiten kannst oder willst, solltest du es
einsalzen
und trocknen. Kleine, dünne Felle spanne ich dazu auf eine
Klammer,
die ich mir für diesen Zweck aus Draht gebogen habe. ( Da das
abgezogene
Fell ein Schlauch mit der Haarseite nach innen ist, schiebe ich die
Klammer
rein und lasse sie aufgehen.) Dann streue ich von allen Seiten Salz
darauf
und hänge es mit der Klammer zum Trocknen auf. Das Ergebnis sieht
dann so aus und lässt sich ohne weiteres jahrelang aufheben.


Grössere,
dickere Felle (die sind nicht mehr schlauchförmig, sondern
flächig
aufgeschnitten) breite ich auf einer schiefen Ebene aus, z.B. eine alte
Tür, und bestreue sie dick mit Salz. Das Salz zieht jede Menge
Flüssigkeit
aus der Haut, welche dann als ekle Brühe die schiefe Ebene
herabläuft.
Deshalb musst du mehrmals Salz nachstreuen, bis das Fell trocken ist.
Das
Salz ist nicht nur zum Konservieren wichtig, sondern auch, weil sich
ohne
Salz getrocknete Felle später nicht mehr einweichen lassen.

Mein
erster
Schritt beim Gerben ist das Entfleischen.
Falls das Fell
getrocknet
war, wird es erst eingeweicht.
Wahrscheinlich
hängen auf der Fleischseite noch Fett-, Fleisch- und Blutreste,
die
müssen ganz runter. Auch die nächste Schicht, die sogenannte
Unterhaut, welche meist auch noch von dünnen Blutgefässen
durchzogen
ist, sollte nach Möglichkeit vollständig abgezogen werden.
Darunter
kommt dann die Lederhaut zum Vorschein, welche selbst im ungegerbten
Zustand
schon ziemlich nach Leder aussieht. Wenn du die Unterhaut jetzt ganz
runterkriegst,
dann ist das optimal, wenn nicht, dann geht die Welt auch nicht unter,
dann kannst du den Rest auch nach dem Pickeln entfernen.
Von
frischen
Kaninchenfellen kann ich die Unterhaut meist mit allen Fleischresten
mit
der blossen Hand abziehen, wenn ich viel Glück habe, sogar am
Stück.
Bei dickeren Häuten ist diese Arbeit viel mühsamer, da muss
ich
verschiedene Werkzeuge zum Schaben benutzen. (z.B. eine Handhacke, mit
der normalerweise Gartenerde aufgelockert wird, oder auch ein grosses
Messer,
oder was mir sonst so in die Hände fällt)


Wenn
ich diese Arbeit unterbreche (ein grosses Fell schaffe ich nicht an
einem
Stück zu entfleischen), streue ich ein Gemisch aus Kalialaun und
Kochsalz
(50/50) auf die Fleischseite und lege das Fell so zusammen, dass Haut
auf
Haut und Fleisch auf Fleisch liegt. Irgendwann bin ich dann soweit,
dass
entweder die Lederhaut komplett freiliegt oder dass ich die Geduld
verliere.
(Wie schon gesagt, man kann diesen Arbeitsabschnitt auch noch
später
zu Ende bringen.)
Dann
kommt der nächste Abschnitt, das
Pickeln.
Beim
Pickeln wird das Fell in ein Säurebad eingelegt, damit später
der eigentliche Gerbstoff besser eindringen kann.
Bei
dünnen
Fellen benutze ich dazu Ameisensäure, bei dicken fetten Fellen
(z.B.
Wildschwein) habe ich gute Erfahrungen mit Schwefelsäure
(Batteriesäure
von der Tankstelle) gemacht. ** Dazu muss ich jetzt (7.11.2001) eine
kleine
Anmerkung machen: Leider musste ich die Erfahrung machen, dass das
Leder
der Schafs-und Hirschfelle, die ich mit Schwefelsäure gepickelt
habe,
nach 1-2 Jahren spröde wurde und selbst wenn es gut gefettet war,
sich wie Papier zerreissen lässt. Nur die Wildschweinfelle sind
nach
wie vor in bestem Zustand, da ist die Batteriesäure echt zu
empfehlen.
Um
richtig
zu dosieren, werden die rohen Felle gewogen und das doppelte Gewicht an
Wasser in ein Gerbgefäss (Plastikeimer oder Fass, je nach Menge
der
Felle) gegeben. Darin löst du 60-100g Kochsalz pro Liter
(6-10
%) auf, gibst deine Felle hinein und walkst das Ganze kräftig
durch.
( Bei Fellen, die schon mal eingesalzen waren, brauchst du nicht mehr
so
viel zu walken.) Dann nimmst du die Felle wieder raus und gibst
1,2-1,5%
Säure in das Wasser. Bei sehr dicken oder fetten Häuten
können
es auch bis zu 3% sein. Zum richtigen Dosieren musst du darauf achten,
ob die Säure, die du zugibst 100%ig oder verdünnt ist, falls
sie verdünnt ist, musst du entsprechend höher dosieren.
Nimmst
du zuwenig, wird das Fell später nicht richtig weich, nimmst du
zuviel,
wird es dir leicht zerreissen.
In
diesem
Bad, dem sogenannten Pickel, lässt du die Felle ein bis zwei Tage
liegen und walkst sie immer wieder mal durch. Das Walken besorge ich
mit
einem dicken abgerundeten Holzstab, du kannst es aber auch mit den
Händen
tun, wenn du langschäftige Gummihandschuhe hast. Die Säure im
Pickel ist nicht so stark, dass sie dir die Hände wegätzen
würde,
aber wenn du dich damit verkleckerst, wirst du es nach einer Weile
merken.

Dann
wird das Fell gründlich mit klarem Wasser ausgespült, um
Säurereste,
die beim Pickeln nicht verbraucht wurden, zu entfernen. Falls das Fell
nicht restlos entfleischt ist, musst du das jetzt tun. Danach ist es
bereit
für den nächsten Arbeitsgang, das eigentliche Gerben.
Dazu
rühre ich ein neues Bad an mit 15-20% Kalialaun (dünne
Häute
weniger, dicke Häute mehr) und mit der gleichen Menge Kochsalz.
Darin
lasse ich das Fell mehrere Tage liegen und walke es jedesmal durch,
wenn
ich vorbeikomme. Wenn ich denke, es ist genug (in dem Lehrbuch steht
etwas
von Schnittprobe, die Haut soll innen nicht mehr "glasig" aussehen, ich
konnte aber nichts derartiges entdecken ),nehme ich das Fell heraus und
spüle es auf der Haarseite (ohne zu walken) mit klarem Wasser.
Denn
an den Haaren sollen sich später keine Salzkristalle bilden, aber
in der Haut soll ein Rest Salz bleiben. Dann lasse ich das Fell
trocknen.
Die Gerbflotte schütte ich noch nicht weg, denn falls sich nach
dem
Trocknen zeigt, dass ein Fell nicht richtig durchgegerbt ist, kommt es
nochmal rein.

Damit
es nach dem Trocknen nicht hart wird, wird es
schon während dem Trocknen gefettet. Um zu erreichen, dass das
Fett
oder Öl möglichst gut eindringt (Schuhcreme wird in nasses
Leder
nicht eindringen), wird es vorher emulgiert, d.h. in kleine
Tröpfchen
zerlegt. Eidotter ist ein guter Emulgator. Ich rühre also so eine
Art Mayonnaise ( der Gerber nennt sie Licker) an, aus einem Eidotter,
soviel
Öl (ich nehme meist Sonnenblumenöl) wie ich denke dass das
Fell
aufsaugen wird, und einem Schuss Wasser. Das Ganze muss gut
durchgerührt
werden.
Damit
pinsele ich die Haut während dem Trocknen mehrmals ein.
Wenn
die Haut fertig getrocknet ist, habe ich im günstigsten Fall ein
schön
gegerbtes Fell.

Oder
aber die Haare hängen voller Salzkristalle, dann spüle ich
die
Haarseite mit Wasser und trockne sie erst mit einem Tuch und dann an
der
Luft.
Oder
die Haut ist nicht richtig durchgegerbt und hat harte Stellen drin,
dann
löse ich in der alten Gerbflotte noch ein wenig Alaun auf und leg
das Fell nochmal rein.
Wenn
die Haut nur zu steif ist, aber keine richtig harten Stellen hat, ziehe
ich sie ausdauernd in verschiedenen Richtungen über eine
vorstehende
Kante (Stuhllehne, Tür), bis sie mir geschmeidig genug ist (oder
bis
ich keine Puste mehr habe).
Ein Wildschweinfell
ist besonders fett.
Ich
habe
daran folgende Methode probiert und bin mit dem Ergebnis recht
zufrieden:
Zum
Pickeln
habe ich es in 10%ige Schwefelsäure eingelegt danach
gründlich
ausgespült und mit einem Schaber entfleischt. Nach jeder
Arbeitsunterbrechung
habe ich Salz und Kalialaun (50:50) daraufgestreut und die Fleischseite
aufeinandergelegt. Durch das intensive Schaben wurde das Walken gespart
und das Alaun konnte gut in die Haut eindringen. Als das Fell fertig
entfleischt
war, war es auch gegerbt. Einzufetten brauchte ich es nicht, es war
immer
noch fett genug.
Meine
Gerbstoffe (Kalialaun und Ameisensäure) beziehe ich vom
Heindl-Versand
32708
Detmold-Heiligenkirchen
Postfach
1811
tel.05231/48527
im
Internet
gibt's die leider noch nicht, aber unter dieser Nummer kannst du den
Katalog
anfordern.
Du
wirst
sehen, dass Kalialaun im Gegensatz zu den anderen Gerbstoffen nicht nur
ungiftiger ist, sondern auch bedeutend billiger.
Falls
du noch Fragen hast, kannst du mich gerne anmailen, aber sieh erst mal
noch die Leserbriefseite zum Gerben durch,
vielleicht
hatte da schon wer die gleichen Probleme wie du.
Als
ich
mich im Netz nach Arbeitsanleitungen zum Gerben umsah, habe ich die
folgendes
gefunden:
Grade
eben (22.3.05) kam hier eine Mail von Fabian an, er
hat eine Seite über die Hirngerbung geschriebenm, die finde ich
absolut toll, und ich denke, auch Du wirst sie sehr hilfreich finden.
Hier ist sie : Hirngerbung.de
In
der
Hexenküche
hab
ich die beste Gerbanleitung
gesehen, ich geb's nur ungern zu, aber die ist vielleicht besser als
meine.
Auf der
Tierpräparatorseite
gibt es eine kurze Anleitung, vielleicht solltest du dir die auch
runterladen.
Beim
Safariteam
kannst du erfahren, wie du eine Schlangenhaut gerben und damit deine
Messerscheide
beziehen kannst.